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Samstag, 10. Januar 2015

Neujahr und die Ostküste

In den letzten zwei Wochen ist soviel passiert das ich diesen Post nicht mehr nach all den Orten benennen kann an denen ich war.
Erstmal noch ein paar Fotos aus der Riverside Community, von dem Survival Workshop, wir haben unser eigenes Boot aus Stroh und einer Plane gebaut und es schwimmt tatsächlich!






Ueber Neujahr ging es dann auf das Twistet Frequency Festival auf dem Takaka Hill. Es wollten einige Leute aus Riverside hin, aber das Auto war voll also habe ich gesagt ich trampe und wir treffen uns dann da. Hat natürlich nicht geklappt mit dem dort treffen, war aber auch nicht weiter schlimm denn ich habe sofort andere Leute getroffen die ich kannte.
Und das Festival war wirklich der Hammer! 4 Tage Party, geniale elektronische Musik, gute Livebands und super Leute (fast alles Hippies). Ich hab so viele alte Freunde getroffen, Jojo, Anton, Sam, Sid, Jason, Ally (sie hat sogar auf dem Festival aufgelegt), Jon, Simon, Antoine, Elena und Elijah, und ganz viele Leute die ich vom sehen kannte und die ich dort dann besser kennengelernt habe. Das Festival war relativ klein, ich denke so zwei bis dreitausend Leute, was super war denn so habe ich die Leute die ich an einem Abend beim tanzen kennengelernt habe am nächsten Tag wieder getroffen. So zum Beispiel Moon, Fifi, Donkey, Jo und Sebastien, wir haben uns irgendwie dauert getroffen. Moon und Fifi haben sogar auf dem Festival geheiratet, natürlich nicht offiziell aber mit Hochzeitsritual. Also es hat sich wirklich gelohnt.


 Harwoods Hole, halbe Stunde vom Festivalgelände entfernt. Eine der Größten Sinkhoehlen weltweit,  die Erde bildet da aus dem nichts einfach ein mehrere hundert Meter tiefes Loch. 
 Am zweiten Tag hat es die ganze Zeit wie aus Eimern gegossen und gestürmt, viele Zelte sind einfach weggeflogen (hier zum wiederholten Mal Danke an Omi und Opa für mein geniales Zelt was die ganze Zeit wasserdicht und sturmfest geblieben ist!) Nachmittags hat es dann aufgehört zu regnen und Abends kam die Sonne wieder raus sodass wir ein trockenes Neujahr feiern konnten. Den Regen hab ich übrigens klitschnass vor dem E-Stage tanzend verbracht, weil es im Zelt einfach zu langweilig war.


 Aussicht auf Teile der Golden Bay Area


 Habe leider nicht so viele Fotos vom eigentlichen Festival weil ich damit beschäftigt war selber zu feiern - sorry



Die einzigen beiden die nicht so ganz auf das Festival gepasst haben waren Joe und Joe, die neben mir gezeltet haben. Die beiden sind ein wenig prollig aber super lieb, und eben verrückt nach Autos, stecken ihr ganzes Geld in alte Autos die sie dann reparieren. Sie wurden von ihrem Mitbewohner Shai, einem waschechten Hippie, mitgeschleppt. Wir haben uns super verstanden, die beiden reissen die ganze Zeit derbe Witze und sind aber trotzdem super lieb, teilen ihr Essen, hatten nen Grill dabei und haben mich am Ende des Festivals mit nach Kaikoura an der Ostküste genommen, da sie zurück nach Christchurch fahren wollten und es auf dem Weg lag.
Auf dem Weg dorthin haben wir Zwischenstopp bei Joe Vater gemacht - der praktischerweise auch Joe heisst. Der wohnt zur Zeit in einem Campervan am Meer mit einigen seiner Freunde (die übrigens alle unglaublich prollig sind, aber irgendwie auch total nett. Ich musste mir super viele bloede Sprüche und Witze anhören aber dafür haben sie ihr Barbecue mit uns geteilt, Betten für uns organisiert und sich wirklich lieb um uns gekümmert). Als der alte Joe dann genug Bier getrunken hatte, hat er uns alle in sein altes Schrottauto ohne Windschutzscheibe gebeten und das dann mit voller Geschwindigkeit über den Strand gejagt, über die ganzen kleinen Hügel, dann driften im Sand, bis er zu schnell über eine Bodenwelle gefahren ist und der Reifen platzte... Natürlich alles kein Problem, kurz Handy rausgeholt und fünf Minuten später kam ein kleiner, vielleicht sieben Jahre alter Junge auf einem riesigen Quad an und brachte den Ersatzreifen. Auf meinen entsetzten Blick hin meinte Joe nur: "Der fährt das Ding schon seit der vier ist". Am Ende haben mir alle versichert dass das "the real New Zealand experience" ist, und sie das dauernd machen würden und alles total normal sei. Kann ich mir irgendwie aber auch vorstellen, weil wirklich andere Freizeitbeschäftigung gibt es in den ländlichen Gegenden hier ja nicht...

Am nächsten Tag haben die Jungs mich dann in Kaikoura abgesetzt, wo ich für drei Tage in ein Hostel gegangen bin (Ja ich weiss ich wollte das auf der Südinsel nicht machen aber ich brauchte mal ne Pause und hatte mir auch eine fiese Erkältung eingefangen). Das einzige was ich in Kaikoura gemacht habe war eine kleine halbtägige Wanderung, ansonsten habe ich mich nur ausgeruht.




 Seehunde gibts in Kaikoura ueberall

Nach drei sehr entspannten Tagen bin ich zur Banks Peninsula getrampt, die direkt hinter Christchurch liegt, aber trotzdem eine Autostunde von der Stadt entfernt weil die Strasse so klein ist.  Von Kaikoura aus hat mich Yahel, ein super lieber Israeli mitgenommen der auch begeisterter Segler ist. Wir konnten uns also vier Stunden lang prima über Bootstypen, Weltumsegelungen, Volvo Ocean Race, Regatten und einfach alles mögliche unterhalten. Am Ende haben wir uns so gut verstanden das er mich direkt an meinen Zielort Akaroa gefahren hat auch wenn das für ihn ein Umweg von zwei Stunden war.
In Akaroa habe ich dann direkt nach mehrtägigen Wanderungen auf der Halbinsel gefragt, aber es gibt anscheinend nur eine und für die muss man 300 Dollar bezahlen. Ich habe also beschlossen einfach ein paar Eintagswanderungen zu verbinden und bin auf die Purple Peak gelaufen. Dort oben gibt es ein kleines Picknickshelter in dem ich übernachtet hab (hatte den Vorteil das ich auch nix bezahlen musste...) Am nächsten Tag hab ich eine gemütliche Wanderung im wunderschönen Hinewai Reserve gemacht und bin abends zu meiner kleinen Hütte zurückgekehrt. Am Freitag ging es dann auch schon weiter nach Christchurch, wo ich bei Elena und Elijah in ihrer WG schlafen konnte.


Stony Bay Peak - auf die bin ich auf gewandert und auf dem Weg unglaublich nass geworden weil das brusthohe Gras noch voller Tau war



 kleines Zuhause für zwei Tage, für ein Apartment mit dem Ausblick muss man normalerweise ordentlich zahlen



 Das ganze Reserve war super Süß angelegt mit dieser Karte im Herr der Ringe Stil, kleinen Wegweisern überall und Schilder die die verschiedenen Pflanzen erklären





Am Freitag ging es weiter nach Christchurch wo ich einen Zwischenstopp einlegen musste da der Bus nach Dunedin am Samstag früh um acht kam. Ich konnte bei Elena und Elijah schlafen, die beiden habe ich auf dem Abel Tasman Track kennengelernt, auf dem Festival wiedergetroffen und sogar in Kaikoura kurz gesehen. Ihre WG hat dann eine spontane Party veranstaltet und ihre ganzen Kiwi-Freunde waren alle super cool und wir hatten ne Menge Spass.
Am nächsten morgen ging für mich weiter mit dem Bus nach Dunedin. Bloederweise hat mich der Busfahrer in Oamaru vergessen, als wir grade Lunchbreak hatten und ich auf die Toilette gegangen bin. Als ich wiederkam war der Bus weg, und damit mein gesamtes Gepäck und sogar meine Schuhe, die ich für die mehrstündige Fahrt ausgezogen hatte. Zum Glück hatte ich immerhin meine Jacke an, und damit mein Handy und mein Geld noch bei mir. Aber das Gefühl wenn der gesamte Besitz plötzlich vor der Nase wegfährt und man ohne Schuhe in einer fremden Stadt steht ist nicht wirklich schön. 
Ich bin also ein wenig verzweifelt ins Infocenter gegangen und die super liebe Mitarbeiterin hat mir wirklich geholfen, hat die Busfirma angerufen und das alles organisiert und am Ende hab ich einfach vier Stunden gewartet bis der Bus sich auf den Rückweg gemacht hatte und dann hab ich alles wieder bekommen. Zum Schluss hat mich dann sogar ihr Vater bis nach Dunedin mitgenommen, das war echt genial. Von der Busfirma hab ich als Entschuldigung eine Freifahrt bekommen. Und da ich beim Warten in Oamaru einfach mal Timothee und Sandrine aus Whangarei wiedergetroffen habe war dann alles super.
In Dunedin hab ich mich mit Ed getroffen, meinem Couchsurfer hier. Eigenes Zimmer, Panoramafenster auf den Hafen, er hat gekocht und es gab Weisswein dazu. Heute hat er mir mit seinem Auto eine kleine Stadtrundfahrt gegeben und jetzt grade kann ich seinen PC benutzen um das hier zu schreiben, er ist einfach super lieb. Hier blieb ich noch zwei Tage, dann geht es weiter, wohin, weiss ich noch nicht.
 Die steilste Strasse der Welt in Dunedin


 Tunnel Beach - irgendein reicher Idiot mit zu viel Zeit hat sich mal einen Tunnel gegraben nur damit er einen Privatstrand hat an den nur er kommt

 Auch hier überall Seehunde - kleiner Tipp: wenn ihr Seehunde seht macht bloß nicht das was die blonde Touristin hier macht, dann werden sie nämlich aggressiv. Nach dieser Aktion hier mussten einige andere Leute den Seehund ablenken  damit die Touristen an ihre Taschen konnten, die der Seehund angefangen hatte zu zerpflücken. Aber naja wer so blöd ist ist eigentlich auch selber schuld, schliesslich stehen hier überall Schilder das man sich den Seehunden bloß nicht mehr als zehn Meter nähern soll...


Dunedin ist eine wirklich hübsche kleine Stadt voller Studenten und berühmt für seine Partys, was ich allerdings nicht getestet hab. Ich geniesse hier einfach den Luxus ein Bett, eine Dusche und einen PC zu haben, denn ich plane schon wieder einige mehrtägige  Wanderungen.
Mir gehts ansonsten gut soweit, meine Erkältung ist fast auskuriert und ich hab genug zu tun.
Das war jetzt ein endlos langer Post aber es ist einfach zu viel passiert in den letzten Tagen, sorry!
Liebste Grüße aus Dunedin!

Sonntag, 28. Dezember 2014

Riverside, Problembewaeltigung, Backpackeralltag

Die Riverside Community ist wirklich der Hammer, ich hab hier so viele neue Freunde gefunden, es ist einfach schade das ich nur eine Woche bleiben kann. Und es gibt sogar ein Klavier hier, das beste was ich bisher in Neuseeland gespielt habe. Gestern hatten wir am See einen Survivalworkshop inklusive Boot bauen, Feuer machen und Bambusspitzen kochen (schmecken echt gut die Dinger).
Das einzige was meine Zeit in Riverside ueberschattet hat war das mein Handy an Heiligabend verschwunden ist. Ich hab schon nicht mehr damit gerechnet es wiederzubekommen aber gestern ist eine Gruppe von Leuten wiedergekommen und anscheinend haben sie mein Handy aus Versehen in eine ihrer Essensboxen gesteckt. Jetzt habe ich es auf jeden Fall wieder und das ist echt gut.
Als ich gestern frueh aufgewacht bin habe ich mich zuallererst gewundert wieso mein Zelt so schlackert. Dann habe ich gemerkt das die hintere Zeltstange sauber durchgebrochen  ist. Ich habe keine Ahnung wie das passiert ist, es war kein starker Wind, das Zelt steht geschuetzt zwischen zwei Baeumen und ausserdem stand es die letzten drei Tage auch schon so und nichts ist passiert. Das war erstmal ein ziemlicher Schock fuer mich, schliesslich ist mein Zelt mein Zuhause, und es haelt zwar auch mit gebrochener Stange den Regen ab aber so richtig dann doch nicht. Morgens hatte ich auch mein Handy noch nicht, und so war ich erstmal der beiden Gegenstaende die ich auf Reisen am meisten brauche beraubt.
Von Verena habe ich dann eine alte Zeltstange von einem anderen Zelt bekommen, die ich an den Seiten gekuerzt habe und in der Mitte ein kleines Stueck herausgenommen habe, und tada: sie passt perfekt. Ich kann also mein ganzes Haus komplett alleine reparieren! Und als dann mein Handy wieder aufgetaucht ist war alles perfekt.
Heute werde ich zu dem Festival trampen wo ich Neujahr verbringen werde. Ich weiss nicht ob ich da oben Handyempfang habe deswegen jetzt schonmal guten Rutsch an euch alle.

Achso und ich wollte mal etwas ueber das typische Backpackerleben hier in NZ schreiben.

Internet gibt es hier umsonst in den Bibliotheken, deswegen sammeln sich hier immer alle, benutzten das Free Wifi oder warten auf einen der heissbegehrten halbstuendigen Computer-Slots.
Der erste Anlaufpunkt in einer neuen Stadt ist immer die I-Site, das Informationscenter. Da gibt es Karten der Umgebung, meistens fuer umsonst und Infos ueber alles was man so machen kann, Wanderwege, Aussichtspunkte etc.
Am besten uebernachtet man auf offiziellen Free Campsites, weil man sich da keine Sorgen machen muss das einen jemand vom Local Council findet und eine 300 Dollar Strafe aufs Auge drueckt. Deswegen sammeln sich an den offiziellen Spots auch immer mehrere Gruppen von Leuten an und man lernt nebenbei noch ganz viele Traveller kennen.
Einkaufen tu ich meistens nur fuer ein oder zwei Tage, aber wenn ich mal, so wie heute, fuer eine Woche einkaufen muss dann quillt der Rucksack ueber. Und wenn man dann noch, so wie ich heute, die Festivaltickets ganz unten im Rucksack vergessen hat macht das gleich doppelt Spass.
Beim Hitchhiken stellen die Kiwis immer die gleichen Fragen: Wie heisst du, wie alt bist du, wie lange bist du schon in Neuseeland, wie lange bleibst du noch, gefaellt dir Neuseeland, du bist aber ganz schoen mutig alleine zu trampen. Und dann erzaehlen sie immer die gleichen Horrorgeschichten von einem Maedchen was vor 3 Jahren beim trampen ausgeraubt wurde. Man hoert wirklich immer nur diese eine Geschichte, in verschiedenen Versionen.
Abends koche ich auf meinem Campingkocher entweder Reis mit Karotten oder Brokkoli (Super praktisch weil man alles in einem Topf machen kann) oder Nudeln mit Gemuese (nicht ganz so praktisch, schmeckt dafuer besser).Wenn ich eine Kueche habe gibt es laufend Pan-bread, Fladenbrot das man einfach in der Pfanne backen kann. Geht leider in meinem Topf nicht weil er unten zu rund ist, sonst wuerde ich das auch beim campen machen. 
Duschen gibt es meistens nicht, also bade ich in Fluessen oder im Meer. Wenn es mal eine Dusche gibt ist das Luxus, und wenn sie dann noch warm ist, bin ich im Paradies.
Trinkwasser hole ich mir von oeffentlichen Wasserhaehnen (gibt es meistens direkt hinter der I-Site) oder aus Einkaufscenter-Wasserspendern.
Und die wichtigste Regel die ich gelernt habe: Irgendwie klappt immer alles. Es ist mir noch nie passiert das ich abends nichts zu essen oder keinen Schlafplatz hatte. Selbst mein Handy ist wieder aufgetaucht. Und man lernt immer Leute kennen und ist nie alleine.
Bei mir ist also alles super.
Liebste Gruesse & guten Rutsch!

Mittwoch, 24. Dezember 2014

Kina Beach, Riverside Community, Weihnachten und mehr Bilder

 Noch an dem Strand an dem wir zuvor waren
 Farewell Spit
Eigentllich haben wir immer nur den ganzen Tag Musik gemacht, herumgegammelt und Karten gespielt

Nachdem wir Takaka verlassen haben ging es fuer ein paar Tage zum Kina Beach um ein bisschen auszuspannen. Kina Beach ist ein wirklich schoener Campingplatz auf dem man auch gut andere Traveller kennenlernt. Zum Beispiel Tina und Craig die in ihrem riesigen Haustruck wohnen. Mit den beiden haben wir uns super verstanden, abends mit ihnen und dem ganzen Campingplatz Party gemacht und Tina hat uns alle ein wenig bemuttert, Barbecue organisiert, Drinks ausgegeben... Super liebe Leute. Einmal kam sie dann auf die Idee Antons Haare abzurasieren und nach ein paar Bier fand Anton die Idee auch nicht mehr ganz so schlecht... also hatten wir ein bisschen Spass.

Vorher
Die beiden Streifen waren meine Idee - cool oder? Anton war nicht so begeistert...



Badewanne direkt am Strand, unter der Wanne gibt es eine Feuerstelle damit man warm baden kann

Nach einigen durchfeierten Naechten mit Goa und Trancemusik direkt am Strand inklusive tanzen ueberm Lagerfeuer ging es fuer mich und Alex weiter in die Riverside Community. Ich war ja im Oktober schonmal in einer anderen Community, Wilderland, und Riverside ist so aehnlich wenn auch komplett anders. Riverside ist organisierter, mehr wie ein richtiges Dorf, hier leben viele Familien mit Kindern. Wir Wwoofer leben im Hostel oder in Zelten so wie ich, arbeiten tagsueber 4 Stunden entweder in den Gaerten oder helfen anderswo und koennen dafuer hier wohnen. Anders als in Wilderland gibt es hier leider keine Gemeinschaftsessen, jeder kocht fuer sich selbst. Mittlerweile ist aber auch mehr von dem Gemuese in den Gaerten reif (man muss nur wissen wo man es findet, das kann manchmal ganz schoen schwierig sein) und da ich nicht wirklich kochen kann gibt es jeden Tag frischen Salat aus dem Garten und entweder Reis oder Nudeln mit Gemuesepfanne aus dem Garten. Schmeckt aber gut!
Riverside ist riesig, es gibt einen kleinen See in dem Gelaende in dem wir baden gehen, eine Feuerstelle, Pferde, Kuehe (frische Milch fuer alle!) Huehner, eine Artgallery, ein Cafe und viele kleine suesse Haeuser. Und die Leute sind natuerlich alle super lieb.


 Gaerten


 Traumhaus

Und dann war irgendwie auch schon Weihnachten. Wir hatten 25 Grad und strahlendsten Sonnenschein, also nicht unbedingt Weihnachtsstimmung. Die meisten Wwoofer sind ueber Weihanchten in die Golden Bay gefahren um dort zu feiern aber Alex, Maria, Sanna, Mario und ich sind hier geblieben und machen uns ein paar entspannte Tage. Den 24. habe ich also am See verbracht, in der Sonne gelegen und gelesen. Abends haben wir gekocht, Wein getrunken, Maria hat einen traditionellen finnischen Weihnachtspunsch gekocht und irgendwer hatte Kuchen dabei und so war es ein sehr schoener und ruhiger Tag. Der einzige Daempfer war das mein Handy verschwunden ist, abe ich denke es wird die naehchsten Tage irgendwo wieder auftauchen, nur nicht wundern wenn ich zurzeit nicht auf Nachrichten antworte.

Weihnachts-Crew


Am 25. feiern dann auch die Kiwis Weihnachten, wir hatten ein grosses Community-Lunch mit genialem Essen, und heute Abend machen wir noch ein Feuer am See. 
Ueber Silvester werde ich auf ein Festival gehen und das bedeutet das ich leider nur eine Woche in Riverside bleiben kann was wirklich unglaublich schade ist, ich habe hier so viele tolle nette Leute aus der ganzen Welt getroffen... Naja vielleicht komme ich ja nochmal irgendwann wieder.

Liebste Gruesse!

Montag, 15. Dezember 2014

Motueka, Abel Tasman Nationalpark, Golden Bay und viele Fotos



Noch in Wellington, Brandon arbeitet an seinen Sheepskins
 Wandern in den Huegeln neben unserem Zeltplatz

 Schon auf der Suedinsel, die Zelte im Innenhof der alten Schule in der ich mit Soeren geschlafen habe

Nach der Nacht in der Schule ging es fuer mich weiter nach Motueka. Dort angekommen hab ich erstmalziemlich erfolglos auf einigen Farmen gefragt ob ich mein Zelt dort aufbauen kann und hab am Ende einen wunderschoenen Platz direkt am Fluss gefunden. Dort hab ich auch Laura getroffen, die mit ihrem Campervan in der Umgebung wohnt und bei gutem Wetter nur mit ihrem Schlafsack am Fluss uebernachtet. Als es dunkel wurde ist sie noch mit ihrem Motorroller Mandarinen aus einem nahen Obstgarten holen gefahren und hat mir gleich noch ein paar mitgegeben fuer meine geplante Wanderung.
 Motueka-River
 Sonnenuntergang am Fluss

Am naechsten Tag ging es fuer mich wieder rein in die Stadt, Essen fuer die naechste Woche einkaufen, da ich eine laengere Wanderung im Abel Tasman Nationalpark geplant hatte. Der Park liegt circa 17 Kilometer von Motueka entfernt und der Bus kostet 10 Dollar, ich hatte also gedacht das ich zum Park hin schon einen Tag wandern muesste. Als ich dann aber im Supermarkt stand hat mich ein aelterer Herr angesprochen, wir haben uns unterhalten und das Ende vom Lied war das er mich direkt bis zum Park gefahren hat, einfach so. Das war echt unglaublich toll, einfach so von einem beinah fremden gefahren zu werden, nur aus hilfsbereitschaft. Ich habe also meine Wanderung einen Tag frueher begonnen und die erste Etappe geteilt auf zwei Tage, sodasss ich zwei sehr einfache erste Tage hatte. Der Park ist wirklich super schoen, Regenwald und umwerfende Straende und Kuesten, nur leider am Anfang schon sehr voll mit Touristen, die zum Glueck nicht die ganze Strecke laufen, sodass man zum Ende hin schon mehr alleine ist. Am ersten Abend im Park war ich auf einem super schoenen winzigen Campingplatz mit Platz fuer blos drei Zelte. Dort hab ich Mike getroffen, oder eher Makete, wie er sich selbst nennt. Er hat mir gezeigt wie man Muscheln erntet und kocht. Und auch wenn Muscheln echt seltsam aussehen, wenn man sich einmal an das komische Aussehen gewoehnt hat schmecken sie echt super.

Am zweiten Tag hab ich auf dem Track Elena und Elijah getroffen, die mich ueberredet haben einen kleinen Umweg zu laufen um zu den Cleopatras Pools zu kommen. Und es hat sich wirklich so gelohnt! An den Cleopatras Pools gibt es naemlich eine natuerlich geformte Rutsche in einem Wasserfall. Da haben wir logischerweise ziemlich viel Zeit verbracht, sodass es sehr gut gepasst hat das ich an dem Tag nicht so viel laufen musste. Am Abend hab ich wieder mal Sam und Hugo getroffen, wir laufen uns irgendwie dauernd ueber den Weg, das ist echt super lustig.


Am Tag danach hab ich morgens sehr frueh alles zusammengepackt weil ich eine laengere Etappe vor mir hatte. Grade als ich loslaufen wollte hab ich Soeren wiedergetroffen, mit dem ich zuvor in Picton in der Schule war. Wir sind dann den ganzen Tag zusammen gewandern, was ganz gut war denn er ist um einiges schneller und fitter als ich und hat mich auf der langen Etappe immer wieder motiviert.


Mittwoch war ein Regentag den ich im Zelt verbracht habe, und Freitag frueh habe ich die Wanderung beendet. Der naechste Ort, Takaka, ist zwanzig Kilometer vom Ende des Nationalparks entfernt und der Bus kostet 20 Dollar. Zwanzig Dollar ist mein Tagesbudget, ich bin also munter losgelaufen und dachte mir ich werd schon irgendwie dahin gehitchhiket kommen. Ich bin zwei Stunden in der prallen Sonne die Strasse langgelaufen und hab in der Zeit nur zwei Autos gesehen. Das dritte Auto hat mich dann mitgenommen. 
In Takaka hab ich Jojo, Jens, Brandon, Anton, Claire, Valentin und Laurene wiedergetroffen. Die Gruppe ist noch angewachsen um Dan, Sarah, Adrien und Alex, die die anderen in Takaka getroffen haben. Fuer das Wochenende sind wir an einen wunderschoenen Strand an der Westkueste gefahren, an dem wir komplett abgeschieden von der Welt waren, kein Handyempfang und keine Haeuser weit und breit, also wunderschoen.


Sam und Hugo haben wir witzigerweise auch wiedergetroffen, komplett im Nirgendwo. Die beiden kamen auf die geniale Idee am Strand eine Sauna zu bauen. Dann haben wir noch ein Feuer gemacht, Steine aufgehitzt und als es dunkel wurde hatten wir eine waschechte Sauna, mitten in der Natur.
Gestern sind wir zum Farewell Spit gefahren, dem noerdlichsten Punkt der Suedinsel. Und danach ging es noch in die Rawhiti Cave, eine riesige Tropfsteinhoehle, leider sind meine Fotos alle nichts geworden aber es war echt faszinierend.

Fuer die naechsten Tage hab ich noch nicht so wirklich einen Plan. Ueber Silvester werde ich auf ein Festival hier in der Gegend gehen also vielleicht werde ich die naechsten Tage einfach hier in der Golden Bay herumgammeln, es ist gutes Wetter und die Golden Bay heisst nicht umsonst das "Hippie-Paradies". Vielleicht geh ich aber auch nochmal in eine Kommune, ich lass mich mal ueberraschen was am Ende bei herauskommt.

Liebste Gruesse!

Freitag, 5. Dezember 2014

Southisland here I come!

Am Montag haben wir uns mit ein paar anderen Leuten aus Wilderland getroffen, Anton, Brandon, Laurene, Claire und Valentin, die mit ihrem Van und zwei Autos auch grad in Wellington waren. Wir waren noch in einem Marine Reserve wandern und am Mittwoch haben dann alle die Faehre zur Suedinsel genommen - bis auf mich. Ich wollte noch zwei Tage in Wellington bleiben und hatte die liebste Couchsurferin ueberhaupt. Lina kommt auch aus Berlin und wohnt seit drei Monaten bei ihrem Kiwi-Freund in Wellington, spricht fliessend Deutsch, Englisch und Italienisch, kann super kochen (Chili mit Reis und zum Nachtisch Eis und frische Erdbeeren, so gut hab ich das letzte Mal in Wilderland gegessen) und hat in ihrer Wohnung sogar ein eigenes Zimmer und ein eigenes Bett fuer mich gehabt. Also purer Luxus fuer zwei Tage. Donnerstag hab ich mir mein Piercing machen lassen, mein neues Projekt ist naemlich, mir in jeder Stadt die mir besonders gefaellt ein neues Piercing stechen zu lassen, aber keine Sorge, es ist nur ein kleiner Ring im Ohr. Und gestern hab ich dann auch die Faehre auf die Suedinsel genommen. Auf der Faehre hab ich erst Michi wiedergetroffen mit dem ich von Tauranga nach Taupo gereist bin, und dann auch noch Sam und Hugo, die ich vom Campingplatz in Taupo kannte. Und es hat gut getan endlich mal wieder auf dem Wasser zu sein, auch wenn es nur mit ner Faehre war und nicht per Segelboot. Angekommen in Picton hab ich mich gleich an die Strasse gestellt und wollte zu einem Free-Campingplatz trampen. Es hat ewig gedauert, wahrscheinlich weil ich noch einen Kiwi kennengelernt habe der nach Christchurch wollte, und wenn man zu zweit steht halten einfach weniger Autos an. Der Campingplatz entpuppte sich dann als Van-Stellplatz an dem Zelte verboten sind. Hat mich natuerlich nicht interessiert, Zelt aufgebaut, dann kam noch Soeren vorbei, ein anderer Deutscher, wir haben gemuetlich Abendbrot gegessen und kaum wird es dunkel kommt ein Ranger und sagt uns er ist in ner halben Stunde zurueck, bis dann muessen unsere Zelte abgebaut sein oder wir muessen 300 Dollar Strafe zahlen. In dem Moment war ich echt froh nicht alleine zu sein, sonst haette ich wirklich Panik bekommen. Der Ranger war aber sonst sehr nett, und hat uns noch gesagt das etwa einen Kilometer den Highway runter eine alte Schule kommt in der wir vielleicht schlafen koennen. Wir haben also alles zusammen gepackt und sind dann im Dunkeln den Highway bis zu der Schule langgewandert. Soeren hat dann einfach kurz die Nachbarn gefragt ob wir vielleicht in der Schule schlafen koennen, damit sie nicht wieder die Ranger rufen wenn sie merken das wir da sind. Und dann haben wir einfach im Innenhof die Zelte aufgebaut und dort geschlafen, der Platz war sogar viel schoener als der Campingplatz. 
Heute morgen bin ich wieder nach Picton getrampt, diesmal gings auch relativ schnell, und warte jetzt bis mein Bus nach Motueka kommt. Ab Montag werd ich im Abel Tasman Nationalpark wandern gehen, der soll sehr sehr schoen sein. Ansonsten gehts mir super, meine Mission fuer die Suedinsel ist, weder fuer Hostels noch fuer Tabak Geld auszugeben, also werde ich wohl die meisten Naechte irgendwo am Strassenrand oder auf Farms verbringen, von Soeren hab ich den Tipp bekommen einfach auf ner Farm zu fragen ob man am Rand der Wiese zelten kann, die sagen fast nie nein. Also werde ich das heute abend mal testen.
Liebste Gruesse!